Brainweek Bern

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Gehirntumore

Was ist ein Gehirntumor?


Ein Gehirntumor ist eine krankhafte Gewebsmasse, in der sich die Zellen ungebremst vermehren und wachsen. Entwickelt sich der Tumor aus Gehirnzellen, so spricht man von einem primären Gehirntumor. Unterschieden werden muss auch zwischen gutartigen (benignen) und bösartigen (malignen) Gehirntumoren. Ein wichtiger Aspekt unterscheidet Geschwülste im Gehirn von anderen Geschwülsten: Da das Gehirn im knöchernen Schädel fast keine Möglichkeit zum Ausweichen hat, können auch gutartige Tumoren, die nur verdrängend wachsen und sich nicht in andere Organe absiedeln, eine schlechte Prognose haben.
Demgegenüber stehen die Tochtergeschwülste (Metastasen) anderer Tumoren, die erst in das Gehirn eingewandert sind. Diese werden als sekundäre Gehirntumore bezeichnet.
Am häufigsten entstehen Gehirntumore bei Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren bei Erwachsenen zwischen dem 40 und 70 Lebensjahr. Bei Kindern sind primäre Gehirntumore am häufigsten, bei Erwachsenen sind Metastasen im Gehirn drei Mal häufiger als primäre Gehirntumore.
Wichtige Tumoren bei Erwachsenen sind:

* Astrozytom
* Glioblastom
* Meningeom

Häufig im Kindesalter sind:

* Astrozytom
* Medulloblastom
* Glioblastom

Wie entsteht ein Gehirnrumor?

Wie bei vielen anderen Krebserkrankungen, ist die Entstehung von Gehirntumoren nicht ausreichend aufgeklärt. Ionisierende Strahlen und verschiedenen Gene werden als Risikofaktoren diskutiert.

Welche Symptome treten bei einem Gehirntumor auf?

Die Beschwerden, die sich bei einem Gehirntumor ergeben, unterscheiden sich je nach Entstehungsort erheblich. Auftreten können z.B.:

* Schwere Kopfschmerzen
* Sehstörungen
* Epileptische Anfälle
* Lähmungserscheinungen
* Gefühlsstörungen
* Sprachstörungen
* Persönlichkeitsveränderungen

Gelegentlich kann dies die Diagnosestellung verzögern, da die Symptome denen vieler anderer Krankheiten ähneln.

Wie diagnostiziert man einen Gehirntumor?

Die Diagnose wird meist über eine Computertomographie (CT) oder eine Kernspintomographie (MRT) des Gehirns gestellt. Zusätzlich stehen noch Gefäßaufnahmen (Angiographie), Elektroenzephalogramme (EEG) oder eine Lumbalpunktion zur Verfügung. Manchmal entnimmt der Arzt direkt eine Gewebeprobe aus dem Tumor.
Eine frühe Diagnose verbessert in der Regel die Heilungschancen erheblich.

Wie wird ein Gehirntumor behandelt?

Es stehen verschiedene Formen der Behandlung zur Verfügung, die auch in Kombination eingesetzt werden:

Operation:
Für die meisten Gehirntumoren ist eine Operation die erste Therapie der Wahl. Hierbei wird der Tumor ganz oder zumindest so weit wie möglich entfernt. Eine vollständige Entfernung kann sich manchmal schwierig gestalten, wenn der Tumor nahe an lebenswichtigen Bereichen des Gehirns wächst. Eine besondere Form ist die sogenannte stereotaktische Radiochirurgie. Hierbei benutzt der Chirurg anstatt eines Skalpells einen Energiestrahl, um den Tumor herauszuschneiden. Diese Technik wird oft zur Nachoperation von Tumormaterial benutzt, das nach der ersten Operation noch nachgewiesen werden kann. Nach der Operation schließen sich normalerweise noch andere Verfahren an.

Bestrahlung:
Diese erfolgt meist täglich über mehrere Wochen oder auch in mehren täglichen Dosen. Eine neue, vielversprechende Behandlungsmethode ist das Gamma knife. Dabei senden über 200 Strahlenquellen Gammastrahlen aus, die im Tumorgewebe aufeinandertreffen. Der Vorteil sind hohe Strahlendosen im Tumorgewebe, wobei das umliegende Gehirngewebe weitesgehend geschont wird.

Chemotherapie:
Auch die Chemotherapie hat sich beim Einsatz gegen Gehirntumore bewährt, wird aber nicht so häufig wie bei anderen Tumorerkrankungen eingesetzt. Tumorzellen, die bei der Operation oder einer Biopsie entnommen worden sind, werden zunächst im Labor gezüchtet und auf ihre Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Präparaten getestet. Zur Zeit werden verschiedene neue Methoden der Anwendung von Chemotherapeutika getestet, wie z.B. eine Infusion direkt in den Tumor.

Prognose?

Durch das Auftreten von Hirnmetastasen verschlechtert sich die Prognose der Tumorgrunderkrankung erheblich. Die durchschnittliche Überlebenszeit beträgt ohne Behandlung nur zwei bis drei Monate. Auch eine Behandlung kann das Überleben in der Regel nur um einige Monate verlängern.
Die Prognose der primären Gehirntumore hängt vor allem von der Art des Tumors und von der Lokalisation ab. Generell haben Kinder eine bessere Prognose.

Quelle: NetDoktor